Satter Gitarrensound, grosse Melodien und genau jene Portion Rock ’n’ Roll, die keine langen Erklärungen benötigt: CoreLeoni machten am Mittwochabend im Zürcher Plaza Klub Halt und verwandelten den traditionsreichen Club für gut zwei Stunden in einen Treffpunkt für Freunde des ehrlichen, handgemachten Hard Rocks.
Im Rahmen ihrer aktuellen „Rock ’n’ Roll“-Tour präsentierte sich die Band um Gitarrenikone Leo Leoni, Gründungsmitglied der legendären Schweizer Rockband Gotthard, druckvoll, spielfreudig und angenehm schnörkellos. Keine unnötigen Umwege, keine überladene Inszenierung – stattdessen standen Gitarren, Melodien und die unmittelbare Nähe zum Publikum im Mittelpunkt.
Passender hätte dabei auch die Location kaum gewählt werden können. Das Plaza Zürich bot mit seiner überschaubaren Grösse genau den richtigen Rahmen für diesen Abend. Nah an der Bühne, nah an den Musikern und gleichzeitig genügend Raum, damit sich der satte Sound entfalten konnte. Gerade diese Clubatmosphäre unterstrich die Dynamik der Musik: kräftige Gitarrenriffs, grosse Refrains und ein Sound, der irgendwo zwischen klassischem Hard Rock der 70er- und 80er-Jahre und moderner Produktion zuhause ist.
Besonders passend fiel das Zürcher Konzert in jene Tage, in denen CoreLeoni gleichzeitig ein neues Kapitel ihrer Bandgeschichte feiern. Erst am 11. September 2026 erschien mit „Generection“ das vierte Studioalbum der Formation. Das Album knüpft bewusst an die Wurzeln des klassischen Hard Rocks an, klingt dabei jedoch keineswegs wie ein nostalgischer Blick zurück. Vielmehr verbindet CoreLeoni jene vertraute Wärme analoger Rockproduktionen mit dem Druck einer modernen Band.
Und genau dieses Spannungsfeld war auch live spürbar. Leo Leoni ist ohnehin ein Musiker, bei dem bereits wenige Akkorde genügen, um seine musikalische Herkunft erkennen zu lassen. Sein Gitarrenspiel besitzt diesen charakteristischen Mix aus kräftigen Riffs, melodischen Linien und einer gewissen Lässigkeit, die nie den Eindruck erweckt, etwas beweisen zu müssen.
CoreLeoni funktionieren dabei längst nicht mehr lediglich als musikalische Verlängerung früherer Tage. Die Band hat sich über die vergangenen Jahre eine eigene Identität geschaffen – ohne dabei jene DNA zu verleugnen, die Leo Leoni seit Jahrzehnten begleitet.
Special Guest: ROCK OUT
Bereits vor dem Hauptact sorgten Rock Out für die notwendige Betriebstemperatur. Die vier Musiker aus dem Emmental eröffneten den Abend mit direktem, unverschnörkeltem Rock ’n’ Roll und machten schnell klar, dass an diesem Abend keine musikalischen Experimente gefragt waren.
Gerade als Support funktionierte ihre Musik ausgezeichnet: geradlinige Gitarren, Energie und eine sympathische Portion Bodenständigkeit. Rock Out brauchten nicht lange, um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen und lieferten damit genau jenen Auftakt, den ein klassischer Rockabend benötigt.
Es war letztlich genau diese Kombination, die den Abend auszeichnete: zwei Bands welche hörbar Freude daran hatten, auf der Bühne zu stehen, ein Publikum mit derselben Leidenschaft für klassische Rockmusik und eine Location, welche die notwendige Nähe zwischen beiden Seiten herstellte.
Wenn starke Melodien, druckvolle Gitarrenriffs und grosse Refrains auf ehrliche Spielfreude treffen, braucht es weder überdimensionierte Bühnenshows noch unnötigen Firlefanz es reichen Verstärker, sechs Saiten und ein guter Rocksong…

