


Beim ersten Farm Aid im September 1985 lieferte Foreigner einen jener Auftritte, die weit über ein gewöhnliches Konzert hinausgehen. Besonders Lou Gramms Interpretation von «I Want To Know What Love Is» wirkt bis heute wie ein eingefrorener Moment voller Leidenschaft, Kraft und Verletzlichkeit.
Diese Stimme, diese Intensität – lange vor Internet, Smartphones und Social Media. Damals musste ein Auftritt allein durch Musik, Persönlichkeit und Emotion bestehen. Lou Gramm brauchte keine Inszenierung. Seine Stimme genügte; und dann diese Ausstrahlung: keine Allüren, kein «Ich bin der Star». Einfach ein Mann, ein Sänger, der sich jederzeit neben dich an die Bar setzen und mit dir ein Bier trinken könnte, mehr Sympathie geht fast nicht mehr und wirkt heute fast surreal.
Vierzig Jahre später berührt der Song noch immer Generationen. Während Lou Gramm älter geworden ist, bleibt vor dem inneren Auge jener 35-jährige Sänger bestehen, der 1985 mit jeder Zeile alles zu geben schien.
Und plötzlich erkennt man, selbst längst über fünfzig: So wie damals wird es nie mehr sein. Doch für einige Minuten kehren sie zurück – die Erinnerungen, die Freiheit und das Gefühl einer Jugend, in der Musik noch ein echtes Ereignis war.
Was hatten wir doch für eine verdammt geile, befreite Jugend.