Michael Monroe zeigt auch mit 63 Jahren keinerlei Verschleisserscheinungen. Der ehemalige Frontmann von Hanoi Rocks, der finnische Rocksänger aus Helsinki, präsentiert mit „Outerstellar“ sein inzwischen 13. Solo-Studioalbum – und liefert damit eine weitere energiegeladene Zeitreise in die goldene Ära des Sleaze- und Glam-Rock.
Schon optisch ist Monroe nach wie vor eine absolute Ausnahmeerscheinung: seine markanten blonden Haare, die je nach Lichteinfall blau-grün wirkenden Augen – meist versteckt hinter einer verspiegelten Sonnenbrille – und sein unverwechselbarer Style machen sofort klar: Hier wird Glam Rock nicht nur gespielt, hier wird er – auch heute noch – gelebt. In allen Facetten.
Was dabei besonders beeindruckt: Monroe wirkt lebendiger und agiler als viele seiner Altersgenossen. Diese Energie zieht sich konsequent durch das gesamte Album. „Outerstellar“ klingt nicht nach Nostalgie aus dem Archiv, sondern nach einem Künstler, der seine Wurzeln kennt und sie mit voller Überzeugung in die Gegenwart trägt.
Vor allem die rockigen Nummern „Rockin’ Horse“ und „Black Cadillac“ katapultieren einen direkt zurück in die 80er-Clubszene am Sunset Strip in Los Angeles – schweisstreibend, wild und mit genau der richtigen Portion Dreck unter den Fingernägeln. Das melodische „Disconnected“ strotzt dagegen nur so vor treibender Kraft und Freiheitsgefühl, ohne dabei seine Eingängigkeit zu verlieren.
Mit „Glitter & Dust“ ist zudem eine Rockballade vertreten, die dem Album eine gefühlvolle Seite verleiht, während „One More Sunrise“ als über siebenminütiges Mammutstück einen spannenden Kontrast setzt und Monroes Gespür für Dynamik und Dramaturgie unterstreicht.

