Nach dem fulminanten Festivalauftakt zeigte sich Stars in Town am Donnerstag, 30. Juli 2026, von seiner gefühlvollen Seite. Soft Loft, MEEK und Headliner Lewis Capaldi verwandelten den ausverkauften Herrenacker in einen Ort voller Melancholie, Nähe und grosser Emotionen.
SOFT LOFT
Den Auftakt bestritt die Schweizer Indie-Pop-Band Soft Loft. Mit atmosphärischen Klanglandschaften, feinfühligen Melodien und der eindringlichen Stimme von Sängerin Jorina Stamm schuf die Formation bereits früh am Abend eine besondere Stimmung. Ihre Musik wirkte zurückhaltend und zugleich intensiv – verletzlich, ehrlich und vollkommen unaufgeregt. Ein leiser, aber bemerkenswert starker Einstieg in den zweiten Festivaltag.
MEEK
Anschliessend gehörte die Bühne MEEK. Die Musik wurde direkter, kraftvoller und emotional aufgeladener. MEEK verstand es, das Publikum Stück für Stück mitzunehmen und die Spannung auf den bevorstehenden Headliner weiter zu steigern.
LEWIS CAPALDI
Als Lewis Capaldi schliesslich die Bühne betrat, war die Begeisterung vom ersten Moment an spürbar. Kein überladenes Spektakel, keine künstliche Inszenierung – vielmehr ein Sänger, seine unverwechselbare Stimme und Songs, die Menschen unmittelbar erreichen.
Capaldi wirkte nahbar, sympathisch und authentisch. Mit seinem trockenen Humor sorgte er zwischen den emotionalen Momenten immer wieder für befreiendes Lachen. Genau dieser Kontrast macht seine Auftritte so besonders: In einem Augenblick bringt er Tausende Menschen zum Schmunzeln, im nächsten genügt eine einzige Textzeile, um den gesamten Herrenacker verstummen zu lassen.
Seine Stimme besitzt diese seltene Mischung aus Kraft, Verletzlichkeit und gelebter Emotion. Sie klingt nicht makellos – und gerade deshalb vollkommen echt. Jede Zeile schien aus tiefstem Inneren zu kommen, jeder Song erzählte von Liebe, Verlust, Hoffnung und jenen Gefühlen, die sich oftmals nur schwer in Worte fassen lassen.
Das Publikum sang mit, hielt sich gegenseitig im Arm und liess sich vollständig auf diesen besonderen Abend ein. Aus Tausenden einzelnen Stimmen entstand immer wieder ein gewaltiger Chor, der weit über den Herrenacker hinaus in die Schaffhauser Altstadt getragen wurde.
Lewis Capaldi war nicht einfach nur der Headliner dieses zweiten Festivalabends. Er war dessen emotionaler Mittelpunkt und unbestrittener Höhepunkt. Ein Künstler, der keine grossen Gesten benötigt, weil seine Stimme und seine Persönlichkeit vollkommen ausreichen.
Nach diesem Konzert blieb das Gefühl zurück, für einen kurzen Moment Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein. Ein Abend, der nicht durch Lautstärke oder Effekte in Erinnerung bleiben wird, sondern durch Nähe, Ehrlichkeit und Musik, die mitten ins Herz traf.

