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Stars In Town – «THIS IS YOUR SHOW TONIGHT»

Die zweite Woche von Stars in Town 2026 startete auf dem Schaffhauser Herrenacker ganz im Zeichen des schnellen Sprechgesangs – im Volksmund schlicht Rap genannt. Mit Gigi Malua, Lo & Leduc und Macklemore stand ein Abend auf dem Programm, der von Beats, Wortgewalt und enormer Live-Energie geprägt war. Der Herrenacker war erneut bis auf den letzten Platz gefüllt.

Nach Gigi Malua übernahmen Lo & Leduc die Bühne – und machten bereits mit den ersten Takten klar, wohin die Reise gehen sollte. Mit «Jung verdammt» eröffneten sie ihr Set und brauchten kaum Anlaufzeit, um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Innerhalb kürzester Zeit füllte sich der Bereich vor der Bühne, Arme gingen in die Höhe und der Herrenacker sang und feierte mit.

Das Schweizer Duo präsentierte sich gewohnt spielfreudig und publikumsnah. Rap, Pop, eingängige Melodien und der typische Wortwitz von Lo & Leduc sorgten für jene Leichtigkeit, die ihre Konzerte auszeichnet. Gleichzeitig bereiteten sie den Boden für den Headliner des Abends.

MACKLEMORE
Kurz nach zehn Uhr war es dann soweit. Benjamin «Ben» Hammond Haggerty – besser bekannt als Macklemore – betrat die Bühne und schaltete praktisch vom ersten Moment an auf Full Power. 
Kein langsames Herantasten, kein behutsamer Aufbau. Macklemore war sofort da.

Mit enormem Tempo jagte der Rapper aus Seattle seine Texte über die Beats, bewegte sich ununterbrochen über die Bühne und suchte vom ersten Song an den direkten Kontakt zum Publikum. Seine Performance wirkte dabei beinahe rastlos – aber niemals unkontrolliert.

Auf der Bühne passierte permanent etwas – Licht, Bewegung, Musiker, Tänzer, schnelle Szenenwechsel und ein Macklemore, der scheinbar keine Sekunde stillstehen konnte. Zeitweise wusste man kaum, wohin man zuerst schauen sollte. Doch genau diese Reizüberflutung war Teil der Show. Es war laut, schnell, bunt und voller Energie.

Macklemore lieferte kein Konzert zum Zurücklehnen. Er lieferte eine Show zum Mitmachen. Immer wieder sprach er das Publikum direkt an, forderte Reaktionen ein und machte deutlich, dass die Menschen vor der Bühne an diesem Abend nicht einfach Zuschauer sein sollten. Seine Ansage brachte es auf den Punkt:

«This isn’t my show…
This is your show tonight.»

Und tatsächlich blieb dieser Satz nicht einfach eine der üblichen Konzertfloskeln. Macklemore lebte ihn.

Er bezog den Herrenacker immer wieder aktiv in seine Performance ein, liess die Menge springen, mitsingen, Hände heben und Textzeilen zurück auf die Bühne schleudern. Dabei entstand jene besondere Dynamik, bei der sich Künstler und Publikum gegenseitig immer weiter antreiben. Je mehr Energie vom Herrenacker kam, desto mehr schien Macklemore zurückzugeben.

Doch wer Macklemore lediglich auf schnellen Rap und grosse Hits reduziert, wird seiner Live-Performance definitiv nicht gerecht.

Natürlich sind es Songs wie «Thrift Shop», «Can’t Hold Us» oder «Same Love», die ihn weltweit bekannt gemacht haben. Doch live zeigt sich vor allem seine Stärke als Entertainer – Er beherrscht die grosse Bühne, die Fans, das Publikum.

Macklemore weiss, wann er das Tempo erhöhen muss, wann er die Menge aufdrehen lässt und wann ein kurzer ruhigerer Moment notwendig ist, bevor die nächste Welle durch das Publikum rollt. Seine Show bewegt sich dabei irgendwo zwischen Hip-Hop-Konzert, Pop-Spektakel und grosser Entertainment-Produktion. Und trotzdem wirkt der Mann aus Seattle erstaunlich nahbar.

Zwischen all den Beats, Lichteffekten und perfekt inszenierten Showelementen sucht Macklemore immer wieder den direkten Draht zum Publikum. Er redet, scherzt, fordert heraus und nimmt die Menschen mit. Dadurch entsteht etwas, das bei grossen Produktionen nicht (immer) selbstverständlich ist: Nähe; der Herrenacker wird zur Partyzone.

Die Menge bewegte sich im Rhythmus, tausende Hände waren in der Luft und die bekannten Refrains wurden lautstark mitgesungen. Macklemore wiederum rannte, sprang und rappte über die Bühne, als hätte der Abend gerade erst begonnen.

Und irgendwann spielte es keine Rolle mehr, ob man sich selbst als «Rap-Fan» bezeichnet oder nicht. Denn Macklemore präsentierte an diesem Abend keine Musik für ein bestimmtes Genre-Publikum – Er präsentierte eine Live-Show.

Und während für rund eineinhalb Stunden Macklemore die Bühne gehörte, machte er eines unmissverständlich klar:

«Der Abend…
…dieser gehörte dem Publikum auf dem Herrenacker.»

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