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Steel Panther – Sunset Strip Flair im X-TRA

Vergangenen Freitagabend verwandelte sich das X-TRA Zürich in ein Stück Los Angeles der goldenen Glam-Metal-Ära. Im Rahmen ihrer «Twenty Twenty S€X Tour» machten Steel Panther Halt in der Limmatstadt und brachten den legendären Spirit des Sunset Strip direkt auf die Bühne – laut, schrill, humorvoll und mit jeder Menge virtuosem Hardrock.

Pünktlich um 21 Uhr betraten Michael Starr (Gesang), Satchel (Gitarre), Stix Zadinia (Schlagzeug) und Bassist Spyder, der seit 2022 zur Band gehört, die Bühne. Ohne grosse Einleitung legte das Quartett mit druckvollem Rocksound los und versetzte das Publikum vom ersten Song an in ausgelassene Feierlaune.

Steel Panther wissen seit jeher genau, was ihre Fans sehen und hören wollen. Entsprechend setzte die Band auf eine Setlist, die vor allem aus ihren Klassikern der Jahre 2013 bis 2016 bestand. Lediglich die beiden Songs «1987» und «Friends With Benefits» stammten vom 2023 erschienenen Album «On The Prowl». Überraschungen gab es zwar kaum, dafür 15 Songs voller eingängiger Refrains, wuchtiger Gitarrenriffs und hymnischer Mitsingmomente.

Musikalisch präsentierten sich Steel Panther einmal mehr in Bestform. Satchel überzeugte mit technisch anspruchsvollen Gitarrensoli und messerscharfen Riffs, während die Rhythmussektion aus Spyder und Stix Zadinia das Fundament für den gewohnt kraftvollen Sound legte.
Frontmann Michael Starr führte mit seinem unverwechselbaren, schamlosen Humor durch den Abend und sorgte immer wieder für zahlreiche Stories und Lacher zwischen den Songs.

Seit mittlerweile über 15 Jahren gelten Steel Panther als eines der grössten Phänomene der modernen Rockszene. Mit Perücken, Neonfarben und bewusst überzeichneten Klischees persiflieren sie den Glam- und Hair-Metal der 1980er-Jahre. Gleichzeitig ist die Band weit mehr als eine Parodie: Hinter der ironischen Fassade stehen vier exzellente Musiker, deren Präzision und Spielfreude selbst viele ihrer grossen Vorbilder in nichts nachstehen.

Was einst als augenzwinkernde Hommage an Bands wie Mötley Crüe oder Poison begann, entwickelte sich längst zu einer eigenständigen Erfolgsgeschichte. Waren Steel Panther früher noch als Support für Grössen wie Def Leppard oder Mötley Crüe unterwegs, gehören die Kalifornier heute selbst zu den international etablierten Headlinern mit einer treuen Fangemeinde rund um den Globus.

Auch die Wahl des Veranstaltungsortes hätte passender kaum sein können. Die intime Club-Atmosphäre des X-TRA verlieh dem Konzert genau jene Nähe und Energie, die unweigerlich an legendäre Nächte im ehemaligen House of Blues am Sunset Strip erinnerte. Für knapp anderthalb Stunden fühlte sich Zürich wie West Hollywood an – mit lauten Gitarren, ausgelassenem Publikum und jeder Menge 80er-Jahre-Flair.

Steel Panther bewiesen an diesem Abend eindrucksvoll, dass Glam Rock, Hair Metal und Sleaze Rock auch im Jahr 2026 nichts von ihrer Faszination verloren haben. Ihre Mischung aus erstklassigem Hardrock, virtuoser Instrumentalarbeit und bewusst überzogenem Entertainment funktioniert nach wie vor hervorragend und begeistert sowohl langjährige Fans als auch jüngere Konzertbesucher.

Fazit: Wer den Sound und das Lebensgefühl des Sunset Strip der 1980er-Jahre liebt, kam an diesem Abend voll auf seine Kosten. Steel Panther lieferten eine energiegeladene, humorvolle und musikalisch überzeugende Show ab.

Support Lucie Sue – Kraftvoller Schweizer Einstand

Den Konzertabend eröffneten Lucie Sue und feierten dabei gleich ihr Debüt auf einer Schweizer Bühne. Frontfrau Lucie, Bassistin Laura, Schlagzeugerin Vivien und Gitarrist Antton benötigten keine lange Anlaufzeit, um das Publikum im X-TRA auf Betriebstemperatur zu bringen.

Mit brachialer Energie, druckvollen Gitarrenriffs und einer gehörigen Portion Spielfreude lieferten die vier während ihrer rund 30-minütigen Show modernen Rock vom Feinsten. Besonders Frontfrau Lucie zog mit ihrer charismatischen Bühnenpräsenz und ihrer kraftvollen Stimme das Publikum sofort in ihren Bann und bewies eindrucksvoll, warum die Band derzeit als echter Geheimtipp gehandelt wird.

Wer Lucie Sue an diesem Abend erlebt hat, dürfte kaum daran zweifeln, dass die Formation das Potenzial besitzt, schon bald selbst als Headliner durch Clubs und Konzerthallen zu touren. Sympathisch zeigte sich die Band auch nach ihrem Auftritt, als sich alle vier am Merchandising-Stand Zeit für Gespräche, Fotos und Autogramme nahmen – nahbar, unkompliziert und mit grosser Freude am direkten Kontakt zu ihren Fans.

Fazit: Ein überzeugender Schweizer Einstand und eine Vorband, deren Name man sich unbedingt merken sollte.

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